Mehrweg im B2B: Wie Kreisläufe wirklich funktionieren

Mehrweg gilt als wichtiger Baustein für eine nachhaltigere Verpackungsindustrie. Doch was in der Theorie überzeugend klingt, muss sich im industriellen Alltag erst bewähren. Denn gerade im B2B-Umfeld geht es nicht nur um weniger Verpackungsabfall. Es geht um Sicherheit, Hygiene, Rückverfolgbarkeit, funktionierende Logistik – und am Ende um Wirtschaftlichkeit.

In dieser Folge von Inside Packaging spreche ich mit Hans-Dieter Philipowski, Präsident von ENFIT, darüber, was erfolgreiche Mehrwegsysteme auszeichnet und warum die Anforderungen im B2B deutlich andere sind als bei vielen bekannten Mehrweglösungen für Konsumenten.

Mehrwegsysteme brauchen mehr als eine wiederverwendbare Verpackung

Wann funktioniert Mehrweg wirklich? Ein Behälter kann viele Male verwendet werden – doch daraus entsteht noch kein funktionierender Kreislauf.

Hans-Dieter Philipowski macht im Gespräch deutlich, wie entscheidend das Zusammenspiel aller Beteiligten ist. Rückführung, Reinigung, Inspektion und erneute Befüllung müssen so organisiert sein, dass Unternehmen sich auf die Qualität und Sicherheit der Verpackung verlassen können.

Gerade für Lebensmittelhersteller ist das eine zentrale Voraussetzung. Denn während eine neue Einwegverpackung ein sehr hohes Sicherheitsgefühl vermittelt, muss ein Mehrwegsystem dieses Vertrauen erst schaffen.

Standardisierung als Schlüssel für wirtschaftlichen Mehrweg

Ein weiterer Schwerpunkt unseres Gesprächs ist die Standardisierung von Mehrwegsystemen. Erfolgreiche Beispiele wie Kunststoff-Obststeigen zeigen, welche Vorteile entstehen können, wenn Behälter, Prozesse und Logistik aufeinander abgestimmt sind.

Genau hier setzt auch die Initiative 360° Reuse an. Statt vieler einzelner Insellösungen soll ein übergreifendes System entstehen, das unterschiedliche Akteure der Wertschöpfungskette miteinander verbindet.

Denn je komplexer Rückführung, Sortierung und Reinigung werden, desto schwieriger wird es, einen Kreislauf wirtschaftlich zu betreiben.

Vom Einweg zum funktionierenden Kreislauf

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Einweg oder Mehrweg?

Viel wichtiger ist: Wie müssen industrielle Mehrwegsysteme gestaltet sein, damit Unternehmen bereit sind, ihre etablierten Prozesse zu verändern?

Wir sprechen über die Rolle der PPWR, über Hygiene und Produktsicherheit, die notwendige Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette und darüber, warum Mehrweg nicht automatisch die bessere Lösung ist, sondern ein funktionierendes Gesamtsystem benötigt.

Und wir werfen einen Blick nach vorne: Wird Mehrweg im industriellen Umfeld in fünf oder zehn Jahren so selbstverständlich sein, dass die heutige Diskussion über Einweg oder Mehrweg längst der Vergangenheit angehört?

Eine Folge über die Chancen und Grenzen von Mehrweg – und darüber, was es braucht, damit aus einer wiederverwendbaren Verpackung ein wirtschaftlich tragfähiger Kreislauf wird.

Mehr zu ENFIT finden sie auf der Website und alle Details zur 360° REUSE Initiative finden sie auf der Website der neu gegründeten Genossenschaft.

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